Die Agaven (Agave) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Agavengewächse (Agavoideae) innerhalb der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Der botanische Name Agave leitet sich vom griechischen Wort agavos für edel, prachtvoll oder erhaben ab.


Agaven werden manchmal auch als Jahrhundertpflanze (von engl. „Century Plant“) bezeichnet, da sie nur einmal blühen und bis zur Ausbildung eines Blütenstands mehrere Jahrzehnte vergehen können.

Hier das Verbreitung der nordamerikanischen Vertreter:

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Viele Agavenarten überstehen regelmässig an ihren Naturstandorten strenge Fröste, weshalb Sie auch für unsere Gärten ein Thema sein sollten. Das Problem ist jedoch die winterliche Feuchtigkeit, welche ihnen massiv zu schaffen machen kann. In ihren kelchförmigen Rosetten kann es zu Staunässe und schliesslich zu Fäulnis kommen, was schlussendlich meist den Tod der Pflanze bedeutet. Manchmal genügt auch nur eine erhöhte Luftfeuchtigkeit bei nassen warmen Wintern (Tagsüber plus Grade mit Regen, nachts minus Grade mit Schnee etc).

Hier sind die härtesten Agaven aufgelistet:

Agave chrysantha
Agave deserti
Agave havardiana
Agave lechuguilla
Agave mckelveyana
Agave neomexicana
Agave ovatifolia
Agave parryi
Agave sp. “Megalacantha”
Agave toumeyana
Agave utahensis
Agave yavapaiensis
Agave X glomeruliflora
Agave X gracillipes

Es gibt noch viele weitere frostbeständige Arten. Diese Liste soll lediglich eine Auswahl von den härtesten Arten zeigen welche mit einem Regenschutz in Mitteleuropa über längere Zeit kultivierbar sind.

Bedingt Frosthart und möglicherweise auch länger mit Regenschutz in Mitteleuropa kultivierbar:

Agave americana var. protoamericana
Agave applanata
Agave asperrima
Agave bracteosa
Agave delamateri
Agave difformis
Agave durangensis
Agave filifera
Agave gentryi
Agave lophanta
Agave montana
Agave murpheyi
Agave ocahui
Agave palmeri
Agave parrasana
Agave parviflora
Agave polianthiflora
Agave potrerana
Agave salmiana
Agave schidigera
Agave schottii
Agave phillipsiana
Agave shrevei
Agave striata
Agave verdensis
Agave victoria-reginae
Agave weberi
Agave wocomahi
Agave X leopoldii
Agave X pumila

Diese Arten sind Grenzfälle für Mitteleuropa. Harte Ökotypen der jeweiligen Arten sind mit trockenem Winterstand möglicherweise kultivierbar.

Gänzlich ohne Regenschutz hat es bei mir über einen längeren Zeitraum als drei Jahre lediglich Agave utahensis DJF1521, Agave neomexicana und Agave sp. “Megalacantha” geschafft.
Ebenfalls erfreulich sind die bisherigen Versuche mit zwei unterschiedlichen Formen von Agave parryi. Eine davon stammt aus dem Süden von Flagstaff, Arizona. Die andere Erwarb ich mit dem Namen “Agave parryi var. parryi (Giant)”. Beide haben jedoch noch nicht die Testphase von drei Wintern ohne Schutz hinter sich.

Nicht empfohlen hat sich Agave montana welche als hochgelobte Neuentdeckung doch nicht ganz so unverwüstlich scheint wie erst angenommen. Agave ovatifolia wäre wohl die sichere Wahl. Ebenfalls als sehr hart mit geringem Schutz eines Dachvorsprungs hat sich Agave chrysantha und Agave utahensis var. eborispina LZ2029 erwiesen. Letztere ist in den letzten 8 Jahren leider kaum gewachsen.

Erfreulich war ein Versuch mit einer Agave americana die ich im Tessin gesammelt habe, welche sich über 4 Jahre lediglich mit Schutz von der Hauswand halten konnte. In dieser Zeit wurde aus ihr eine beträchtliche Gruppe mit vielen Tochterrosetten. Nach einem starken Nachtfrost mit -16°C war sie dann aber bis auf einen winzigen Ableger hinüber.

Agave sp. ‘megalacantha’ (meist schlicht als Agave megalacantha bezeichnet)
Über diese tolle und ausreichend harte Agave wurde schon oft diskutiert. Ihr Naturstandort ist bisher nicht bekannt. da diese Pflanze nur einmal in den 60er Jahren in Deutschland eingeführt wurde und von Jürgen Eisel vermehrt wurde. Seither sind nur Vermehrungen von jenen Pflanzen weiter gegeben worden. Es scheint also so zu sein, dass alle diese Pflanzen, welche heute kultiviert werden, Klone von ein und derselben Mutterpflanze sind. Zumindest zeigen alle Pflanzen, welche ich bisher gesehen habe keine Variabilität bezüglich Bedornung oder Farbe, welche bei Sämlingspflanzen immer mehr oder weniger auftreten. Leider hat noch keine Pflanze geblüht, was für eine taxonomische Einordnung sehr hilfreich wäre. Es gibt Exemplare in Kultur, welche schon bald 40 Jahre alt sein müssten und mittlerweile einen Durchmesser von 60 cm und mehr erreicht haben. Vielleicht geht es nicht mehr lange bis eine zur Blüte kommt!?

Update: Fritz Hochstätter schreibt in seinem Buch Agave Linné folgendes
“Das extrem frostharte Material, das weit verbreitet in Europa seit Anfang der Siebziger Jahre unter dem Namen „Agave megalacantha“ (Synonym Agave inaequidens) kultiviert wird, ist Agave parryi von New Mexiko (fh1000.110) zuzuordnen. Pflanzen in unzähligen Sammlungen wurden aus Samen vor etwa 45 Jahren kultiviert von Rudolf (pers. Kommunikation mit der Tocher von Rudolf). Das von Christa Roberts erworbene Samenmaterial aus New Mexiko stammt von Horst Künzler, der das Material mit der exakten Feldsammelnummer HK sammelte. Die Pflanzen wurden inzwischen vermehrt, sind weit verbreitet in exponierten Gartencenter oder in Privatsammlungen o. ä. unter dem Namen „Agave megalacantha“ erhältlich.”

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